Demenz und Ergotherapie – Alltagskompetenzen fördern

Eine Demenzerkrankung stellt Betroffene und Angehörige vor große Herausforderungen. Alltägliche Abläufe wie das Ankleiden, Kochen oder die Orientierung in der Wohnung können zunehmend schwerfallen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Unsicherheit, Rückzug und Abhängigkeit. Ergotherapie kann hier eine wertvolle Unterstützung sein: Sie fördert Alltagskompetenzen, stärkt vorhandene Fähigkeiten und entlastet Angehörige – besonders dann, wenn sie mobil und direkt im häuslichen Umfeld angeboten wird.

Warum Ergotherapie bei Demenz so wichtig ist

Bei Demenz verändern sich nicht nur das Gedächtnis, sondern auch Aufmerksamkeit, Orientierung und Handlungsplanung. Vielen Menschen fällt es schwer, gewohnte Tätigkeiten strukturiert auszuführen. Ergotherapie setzt genau an diesen Punkten an:

  • Vertraute Abläufe erhalten
  • Selbstständigkeit so lange wie möglich bewahren
  • Orientierung und Sicherheit fördern
  • Lebensqualität im Alltag verbessern

Dabei geht es nicht um das „Wiedererlernen“ komplexer Fähigkeiten, sondern um das Stärken vorhandener Ressourcen und das Anpassen von Alltagsabläufen.

Förderung von Alltagskompetenzen

In der mobilen Ergotherapie werden die Übungen direkt in der gewohnten Umgebung durchgeführt. Typische Inhalte sind:

  • Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstraining: z. B. durch einfache Spiele, Bilder, bekannte Lieder oder biografische Gespräche
  • Alltagstraining: Unterstützung beim Ankleiden, beim Zubereiten kleiner Mahlzeiten oder beim Decken des Tisches
  • Orientierungshilfen: visuelle Erinnerungsstützen (z. B. beschriftete Schränke, Kalender, Tagespläne)
  • Rituale und Strukturen: Feste Abläufe geben Sicherheit und reduzieren Verunsicherung

Diese Methoden helfen, dass Betroffene auch im fortgeschrittenen Alter aktiv am Leben teilnehmen können.

Die Bedeutung der vertrauten Umgebung

Für Menschen mit Demenz ist das Zuhause ein entscheidender Ankerpunkt. In vertrauter Umgebung fühlen sie sich sicherer und können besser auf ihre Erinnerungen zurückgreifen. Mobile Ergotherapie hat den Vorteil, dass sie direkt dort ansetzt, wo die täglichen Herausforderungen auftreten – sei es beim Gang zur Küche, beim Umgang mit Besteck oder beim Finden wichtiger Gegenstände.

Angehörige entlasten

Eine Demenz betrifft nicht nur die erkrankte Person, sondern das gesamte Umfeld. Ergotherapeuten beziehen Angehörige aktiv ein:

  • Sie geben Tipps für den Alltag, etwa zur Strukturierung oder zum Umgang mit herausforderndem Verhalten.
  • Sie zeigen einfache Übungen, die gemeinsam durchgeführt werden können.
  • Sie beraten zu Hilfsmitteln und Wohnraumanpassungen.

So fühlen sich Angehörige nicht allein gelassen und gewinnen Sicherheit im täglichen Umgang.

Fazit

Ergotherapie bei Demenz bedeutet: Fähigkeiten erhalten, Orientierung geben und Lebensqualität sichern. Besonders in Form der mobilen Ergotherapie bietet sie große Vorteile – weil sie direkt im vertrauten Umfeld stattfindet und sowohl Betroffene als auch Angehörige unterstützt. So kann der Alltag trotz Demenz so selbstständig und angenehm wie möglich gestaltet werden.